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5 Planeten Dossier
Sendung vom 21. November 2009
Vor sieben Jahren feierte der Kölner DJ Cem die Premiere seiner
Partyreihe "Beatpackers" - was eher aus reiner Spontaneität ins
Leben gerufen wurde, hat sich über die Jahre zur ultimativen und
erfolgreichsten Sause im Kölner HipHop-Untergrund etabliert. Von
Rap und Funk über Soul bis hin zu Reggae und worldwide music lässt
der musikbegeisterte Türke alles auf seinen Plattenspielern
rotieren, was ihn bewegt.
In den 5Planeten verrät er uns nicht nur alles über "Beatpackers",
sondern beschreibt auch seinen handverlesenen Musikgeschmack.
Halloween 2002: Da fiel der Startschuss für DJ Cem als Resident-DJ
im Kölner Club Subway. Obwohl der Donnerstag nicht gerade der
erfolgversprechendste Tag für eine wöchentliche Partyreihe ist,
wurden durch "Beatpackers" und die Person "mit Haaren wie
Krautsalat" hinter den Desks die Kassen wieder gefüllt -
mittlerweile ist Cem einer der bekanntesten HipHop-DJs Kölns und
zusätzlich erfolgreich unterwegs mit seiner Band Dickes B!.
Die 7-jährige Jubiläumssause sollte knallen! Cem - immer schon in
freudiger Einladstimmung von hochkarätigen Künstlern aus der Szene
- engagierte für den 19.11.09 den Turntablelist, Produzent,
Radiomoderator, Labelbetreiber und mehrfachen Bandgründer DJ Vadim,
der in Unterstützung von Backgroundsängern und Keyboarder anrückte.
Gesteigert wurde dieses Highlight noch mit der zweiten Feierei am
Samstag, den 21.11.09, für die sogar die Location gewechselt werden
musste. Um 23.30Uhr stand DJ Cem dann zusammen mit seiner Live-Band
Dickes B! auf der Bühne, die ihr 30-minütiges Set mit neuen Songs
und Funk-Versionen älterer Stücke aufmotzten. Anschließend
veranlasste die HipHop-Crème de la Crème der kalifornischen Küste
Ugly Duckling mit ihren humoristischen Lyrics und eleganten Cuts
und Scratches die tanzende Meute zum HipHop-Pogo - da musste selbst
Cem aufpassen, dass den Monitorboxen am Rande der Bühne nichts
passiert…
Hin und wieder darf sich der erfahrene und regelmäßige Beatpackers-Besucher über Cem's Special-Guests freuen, die zur Primetime entweder auflegen, performen oder freestylen. Die Liste ist lang und reißt nicht ab: das diesjährige Highlight war für den Veranstaltungsjunkie Cem das Konzert von De La Soul, die Cem schon seit ihres Bestehens hoch verehrt. Dies gilt ebenso für DJ Revolution, der zum dreijährigen Geburtstag von Beatpackers gratulierend die Platten kreisen ließ. Dabei gibt es für den Party-Host keine bestimmten Auswahlkriterien - Hauptsache es gefällt dem Chef-DJ Cem.
Obwohl der Rheinländer türkische Wurzeln hat, hat er mit türkischen
Rap nicht sehr viel am Hut. Da scheitert es dann auch meistens an
der Sprachbarriere, denn wenn die Türken ihre Lyrics raushauen,
versteht Cem eigentlich nur Bahnhof.
"Rap wär das CNN des schwarzen Mannes", so Chuck D von Public
Enemy. Auch wenn Cem kein Afro-Amerikaner ist, so sind es doch vor
allem die wörter-jonglierenden, sozialen, politischen und
kulturellen Rap-Texte, die seine Liebe zum diesem Genre so groß
machen. Natürlich sind die Beats nicht gerade unwesentlich,
immerhin werden die Gedanken mit Hilfe der Musik verarbeitet.
Wer jetzt denkt, der Junge hört und lebt nur HipHop, der täuscht sich: den Song "Oba La Vem Ela" des Brasilianers Jorge Ben - aus dessen Feder schon der Welthit "Mas Que Nada" kam - fand er auf dem Trödel und hat ihn seitdem nicht mehr losgelassen. "Ich finde, dass in einem HipHop-Set nicht nur HipHop laufen muss. Ich verstehe mich in erster Linie auch gar nicht als HipHop-DJ - ich interessiere mich für sehr viele Genres", so Cem.
Das Rezept für Cem's erfolgreiche Partyreihe beschreibt er selbst ganz nüchtern und bescheiden: "Ich mach die Sache halt so, wie ich sie für richtig halte". Das impliziert: ständig freshe Tunes, Spaß an der Sache selbst und pure Partylaune. Musik, Musik, Musik!!!
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