Freitag, 30.07.2010
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5Planeten
Analogik
Aus dem hohen Norden kommt es her: das sympathisch-verrückte und
hoch originelle Musiker-Kollektiv Analogik. Der Bandname der Dänen
ist Programm - analoge Instrumentalklänge von Saxophon, Violine,
Gitarre und Bass treffen auf digitale Beat-Teppiche von Laptop,
Synthesizer und Turntables. Und der Groove stimmt auch: Ska, HipHop
und Dub verschmelzen mit Balkan-Style und nostalgischer Musik der
70er Jahre, und das alles funktioniert so gut wie ohne
Gesang!
5Planeten-Reporter Johannes Paetzold hat sich mit Asger Kirkeman
unterhalten - zuständig für Plattenspieler, Computer und
Game-Boy-Sounds.
Der Sound von Analogik ist sowohl akustisch, als auch elektronisch produziert. Asger Kirkeman, der Mann für Beats und Bites, steht hinter dem Computer und sorgt für Klangeffekte, auf der Bühne ersetzt er mit seinen gebastelten Beats das Schlagzeug. Seine Bandkollegen zupfen entweder an Gitarre und Bass oder verführen mit Akkordeon und Saxophon, die Asger dann aufnimmt und weiterverarbeitet. Das Kollektiv hat unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Analogik klingen soll. Asger kommt ursprünglich vom HipHop und auch aus der Elektro-Sparte, der Rest versteht sich als eingefleischte Musiker. Jesper Kobberø (Gitarre, Akkordeon) lässt sich z.B. fast ausschließlich von Gypsy-Gitarrist Django Reinhardt beeinflussen - so kam auch die Balkan-Brise in den Analogik-Sound.
"Klunserbeats live" (2008, Jenka Music) heißt ihr zweites und aktuelles Album. "Klunser" bedeutet so viel wie "aus etwas altem, billigen, etwas neues, wertvolles machen", so Asger. "Sampling" ist hier also das Stichwort: aus allen möglichen Quellen werden einzelne Sequenzen benutzt und weiterverarbeitet.
Die Band tourt gerne und hat sich dadurch besonders in ihrem
Heimatland Dänemark einen festen PLatz auf den Bühnen erarbeitet.
Ihr Auftritt in Roskilde, dem größten WorldWideMusic-Festival, war
quasi ein Heimspiel. Während sich Analogik in der Schweiz schon
eine stolze Fanbase erspielt haben, ist nun Deutschland das nächste
Ziel. Am 06. März 2010 tritt die Band im Kölner Stadtgarten im
Rahmen der Kompott-Party auf.
Auf der Bühne stellt das Analogik-Spektrum ein "real live thing"
dar, wie Asger Kirkeman es bezeichnet. Sie haben einen Computer,
der aber nicht allzu oft benutzt wird, sondern schlicht die
Hintergrund-Grooves ausspuckt. "Der einzige Unterschied zwischen
uns und einer richtigen Band ist, dass wir keinen Drummer haben.
Der Computer macht die Beats, und wir spielen dazu", bemerkt der
Elektro-Fachmann.
Analogik versucht mit seinem Instrumentalsound Vibes und Stimmungen zu kreieren, so dass die Fans vor der Bühne das Gefühl bekommen, dass sie Teil von etwas Schönem, Behaglichen werden. Ihre Songs sind fantasievoll arrangiert, originell und vor allem kurz. "Wo steht denn geschrieben, dass ein Song drei Minuten lang sein soll?", fragt sich Asger. Hauptsache der Beat und die Idee dahinter stimmen.
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