Freitag, 30.07.2010
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James Bond ist eine popkulturelle Ikone unserer Zeit. Sean Connery spielte als erster den Geheimagenten im Auftrag ihrer Majestät. Viele Schauspieler haben nach ihm die Rolle des Doppel-Null-Agenten verkörpert. Noch wichtiger als die Schauspieler ist im James Bond-Universum aber die Musik.
Jedes Kind kennt die Melodie, die den englischen Geheimagenten in allen Filmen begleitet. Das "James Bond Theme" ist heute ein internationales Markenzeichen. Wenige Takte genügen, um einen ganzen Kosmos an Assoziationen auferstehen zu lassen. Der Vater der Melodie ist der Komponist Monty Normann. Ursprünglich schrieb er sie aber nicht für James Bond, sondern für ein Musical über eine asiatische Gemeinde in Trinidad. Das Musical hieß "A House for Mr. Biswas", das Lied trug den Titel "Good Sign Bad Sign".
Bei den Vorbereitungen zum ersten Film der James Bond Reihe "007 jagt Dr No" ließ sich unter den Songs kein geeignetes Thema finden. Monty Norman war zu Gast bei den Dreharbeiten in Jamaica und da die Zeit drängte, zog er die Noten seines Musicals aus der Tasche. Doppelt so schnell gespielt und von John Barry und seinem Orchester arrangiert, wurde aus dem Stück das "James Bond Theme". Nicht nur die Erkennungsmelodie von James Bond ist ein Hit. Auch viele Titel-Songs der Filme haben es in die Charts geschafft. Der einzige Komponist, der dabei das "James Bond Theme" selbst verarbeitete, ist der amerikanische Musiker Moby.
Auch abseits der Bond-Filme hat die Melodie viele Liebhaber gefunden. Die rumänische Blaskapelle Fanfare Ciocarlia verwandelte die 007-Melodie in einen Blechbläser-Wirbelwind. In Hip-Hop-Kreisen verwendeten Acts wie Proverb oder der Wu-Tang Clan die Melodie als Fundament für ihre Raps. Auch die brasilianische Band Bonde do Role hat die James Bond Melodie in ihrem Klangkosmos aus Baile Funk, Punk und Hip Hop verarbeitet. Allerdings hat sich in ihrem Song etwas entscheidendes geändert. Marina, die Sängerin der Band, fragt sich: "Wie wäre es, wenn James Bond schwul wäre und die Queen herausfinden würde, das er falsche Wimpern benutzt". Eigentlich ist aber auch ganz egal welcher Beat gerade läuft, James Bond ist in jedem Club zuhause.
Der Urheber des James Bond Themas besitzt auch gleichzeitig die Lizenz zum Gelddrucken. Monty Norman hatte das markante Gitarrenriff zwar erfunden, John Barry sorgte mit seinem orchestralen Arrangement aber ebenso für den hohen Wiedererkennungswert des James Bond Themas. Beide lieferten sich einen erbitterten Streit um die Rechte, der nicht restlos geklärt werden konnte. 2005 widmete Monty Norman der Geschichte um die Kultmelodie auf seinem Album "Completing the Circle" sogar einen eigenen Song. Die Erkennungsmelodie von James Bond ist in Noten gegossene Coolness und längst mehr als nur der musikalische Begleiter des berühmtesten Film-Agenten Europas. James Bond hat viele Gesichter - aber nur eine Melodie.
AutorIn: Keno Menscher
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