Freitag, 30.07.2010
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"Es war einmal…" - Wenn ein Film so anfängt, dann weiß man: es wird märchenhaft. Wenn ein Film von Quentin Tarantino so anfängt, dann ahnt man schon, dass das Märchen der Rahmen sein wird für eine schwarzhumorige Geschichte, die sich mit Gewalt auseinandersetzt.
Und genau das ist bei "Inglorious Basterds" der Fall: Christoph Waltz erhielt einen Oscar als bester Nebendarsteller, insgesamt wurde der Film für acht Oscars nominiert.
Und bereits die erste Einstellung macht klar, was für ein Frankreich das ist. Man sieht eine Wiese, in der Ferne steht ein kleines Haus. Vor dem Haus hackt ein Mann Holz. Genauso fängt auch Clint Eastwoods Western "Erbarmungslos" an. Wir schreiben zwar das Jahr 1941, doch mit "Inglourious Basterds" führt uns Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino in das imaginäre Frankreich eines epischen Westerns, in dem ein ganz besonderer Krieg tobt. Im Mittelpunkt der Handlung steht dabei der amerikanische Leutnant Aldo Raine, der ein Spezialkommando zusammengestellt hat, das nur eine einzige Aufgabe hat: Nazis töten. Die Männer dieser Spezialeinheit sind die titelgebenden "Inglourious Basterds". Mit ihnen lebt Tarantino unverschämt aufrichtig eine Rachefantasie aus, die in der Filmgeschichte einmalig sein dürfte. Das ist die eine Ebene dieses Filmes, der die Grausamkeit der Nazis mit eigener Grausamkeit beantwortet. Also nichts für zartbesaitete Zuschauer.
Die andere Ebene führt, wie immer bei Tarantino, zu einer großen Liebeserklärung ans Kino. "Inglourious Basterds" ist aber nicht nur eine Western-Hommage. Es finden sich auch Zitate aus Kriegsfilmen, es wird auf die Produktionen der alten deutschen UFA hingewiesen und last not least wird das Kino selbst zu einem wichtigen Protagonisten. Die Alliierten haben erfahren, dass Hitler sowie seine wichtigsten Minister inklusive aller hochrangigen deutschen Offiziere bei der Premierenvorstellung eines Filmes in Paris sein werden. Nun gilt es, dieses Kino samt den Nazis in die Luft zu jagen. Tarantino stilisiert damit das Kino zu einem magischen Ort, wo im Zuschauerraum das Böse bestraft wird. Tarantinos filmischer Auseinandersetzung mit Gewalt stehen lange Dialogpassagen gegenüber, mit denen er sich vor dem europäischen Kino verbeugt.
…die er brillanten Schauspielern in den Mund legt. Hauptdarsteller Brad Pitt, der den Anführer der Basterds verkörpert, wird dabei schnell von Nebendarsteller Christoph Waltz an die Wand gespielt. Für die Darstellung eines perfiden Oberst der SS ist Waltz dieses Jahr zu recht für einen Oscar nominiert worden. Weniger oscarverdächtig ist das Bonusmaterial dieser DVD. Der Film ist ein kleines Meisterwerk, die Extras bis auf einen Kurzfilm jedoch kaum der Rede wert. Wer mehr Hintergrundinformationen haben will, sollte mal bei Wikipedia den ausführlichen Artikel zu dem Film lesen. Oder - wenn Sie den entsprechenden Player haben - Sie kaufen sich die Blu-ray. Da haben Sie nicht nur mehr Bonusmaterial, sondern auch direkt eine bessere Bildqualität.
Inglourious Basterds
Originaltitel: Inglourious Basterds
(USA 2009), ca. 148 Min.
Regie
Quentin Tarantino
Schauspieler
Brad Pitt, Christoph Waltz, Melanie Laurent, Eli Roth, Michael
Fassbender, Samm Levine, Diane Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger,
Gedeon Burkhard, Jacky Ido, B. J. Novak, Ludger Pistor, Omar Doom,
Michael Bacall, August Diehl, Mike Myers u.a.
Bild-Format
Widescreen (2.35:1 - anamorph)
Tonformat
Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Dolby Digital 5.1 in Englisch
Untertitel
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial
Erweiterte und Alternative Szenen
"Stolz der Nation" - Kurzfilm
Trailer
AutorIn: Francesco Tornabene
Süper DVD: Inglourious Basterds
Reaktion auf den Oscar: Christoph WaltzDer WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.