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Künstlerlexikon Portrait

Ska Cubano

Herkunft: Großbritannien, Kuba
CD-Cover Ay Caramba ; Rechte: Cumbancha

Ska Cubano: Ay Caramba

Gesendet am 21.06.08 in Globalista

Die Geschichte von Ska Cubano umspannt mehrere Jahrzehnte, Kontinente und Kulturen. Sie beginnt in den zwanziger Jahren in der Karibik, erfährt ein abruptes Ende in den fünfziger Jahren und ist 2003 von England aus wiederbelebt worden. Das Londoner Projekt um Nathan "Natty Bo" Lerner greift den verlorengegangenen Faden der musikalischen Freundschaft zwischen Jamaika und Kuba wieder auf. Bis zur kubanischen Revolution, als der Calypso blühte, gab es einen regen Austausch zwischen den beiden Inseln, die so viele Musikgenies hervorgebracht haben. Als die Ska-Welle in den frühen Sechzigern jedoch über Jamaika hereinbrach, hatte Kuba schon die Grenzen dicht gemacht. Ska selbst fand in den achtziger Jahren in England ein neues Zuhause und wurde von London aus international bekannt. Dank Ska Cubano erlebt die Musik nun ihren mitterweile dritten Frühling. Dabei stellen sich die britischen Initiatoren vor, was passiert wäre, wenn der jamaikanische Ska auf den klassischen Mambo und Son aus Kuba getroffen wäre.

Die Idee zu der transkulturellen Kollaboration hatte Linea-1-Labelchef und Kuba-Liebhaber Pete Scott. Scott schickte den Londoner Ska-Heroen Natty Bo von den Top Cats und seine Saxophonistin Megumi Mesaku auf die Zigarreninsel. Dort fusionierten sie die beiden Musikstile auf Grundlage ihrer afrikanischen Wurzeln. Die in Santiago ansässigen Musiker - unter ihnen Mambo-Berühmtheit und Ex-Boxer Beny Billy - begriffen den rasanten Offbeat schnell und formten ihn auf ihre Weise mit Son-, Rumba- und Mambo-Anteilen neu. Tres, Bass, afrokubanische Percussion und Drums traten hinzu. Nicht zu vergessen die legendäre Trompete des Jazzers und gebürtigen Jamaikaners Eddy "Tan Tan" Thornton, der auch schon mit Bob Marley und Jimi Hendrix aufgenommen hatte. Die gegenseitige Befruchtung ergab eine Mischung aus umgepolten Nostalgie-Klassikern, rituellen Einsprengseln und Nattys Neuschöpfungen, wie bei dem Kracher "Revolutionary Ska". Die Songs wurden in Santiagos Egrem-Studios auf Band gebannt und in Brixton gemixt. Neuster Streich nach zwei Alben: eine Remix-CD mit modernen Dancefloor-Bearbeitungen. Live-Auftritte der Truppe in weißen Anzügen bringen dies- und jenseits des Atlantiks das Publikum zum Kochen. Für einen großartigen Sound sorgt das mitreißende Dutzend auf der Bühne mit einer satten Bläsersektion, drei Percussionisten und dem Frontmann Natty Bo. Ska Cubano ist die pure Freude.


Discographie:

  • Ska Cubano (Stern’s, 2004)
  • Ay Caramba (Cumbancha, 2006)
  • Ajiaco - The Remix Album (Absolute, 2008)

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